In unserer Reihe art&culture präsentieren wir Euch – diesmal an einem anderen Ort !! – die Journalistin und Autorin Kathrin Zeiske:
Grenze Mexiko-USA: Eine Geschichte des Rassismus – mit Trump & lange vor Trump
Start: 20 Uhr
Vortragsort: KlimaWerkStadt, Westerstr. 58, Bremen
US-Präsident Donald Trumps zweite Amtszeit zeichnet sich durch Terror gegen migrantische und allen voran mexikanische Communities in den USA aus. An der Grenze liess er das Asylrecht abschaffen und entzog den Geflüchteten, die es in den letzten Jahren geschafft hatten, sie zu überqueren, den humanitären Aufenthaltsstatus. Menschen werden von der Strasse verschleppt, gefangen gehalten und abgeschoben; im schlimmsten Fall in Straflager nach El Salvador.
Doch auch unter ex-Präsident Joe Biden gab es keine humane Grenzpolitik – auch wenn dieser mit vollmundigen Wahlversprechen an die Macht kam. Der Zugang zum Asylrecht wurde unter Trumps Vorgänger komplett digitalisiert und Flucht und Migration weit vor der US-Grenze gestoppt. Das Nachbarland Mexiko erreichte im letzten Jahr Rekordzahlen mit der Abschiebung von Menschen aus der Karibik, Mittel- und Südamerika.
Währenddessen trieb der texanische Gouverneur Greg Abbott eine eigene Abschottungspolitik mit der texanischen Nationalgarde, Klingendrahtfeldern und präparierten Bojen im Grenzfluss gegen Geflüchtete voran – die „Operation Lone Star“. Und mit einem extra-föderalen Dronen-Überwachungsprojekt in Zusammenarbeitet mit der Gouverneurin des mexikanischen Bundesstaates Chihuahua, Maru Campos.
Doch Rassismus ist keine neuen Phänomen an der Grenze Mexiko-USA, sondern steht in einer langen Tradition der systematischen Ausgrenzung und Diskriminierung. Schon vor rund hundert Jahren wurden mexikanische Wanderarbeiter:innen in einer Ideologie der „Rassenhygiene“ auf der Grenzbrücke entlaust und ihre Kleidung mit Zyklon B desinfiziert.
Und in den letzten Jahren kam es unter den Hasstiraden der ersten Amtszeit Trumps zu einem Massaker an mexikanischen Grenzgänger:innen in einem Walmart in El Paso, Texas, und unter dem Druck, auch die mexikanische Migrationspolitik zu militarisieren, zu einem Massaker an mittel- und südamerikanischen Geflüchteten im Abschiebegefängnis der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez durch die Beamt:innen.
Dem entgegen steht eine solidarische, durch Familie, Bildung und Arbeit eng verknüpfte binationale Grenzgesellschaft sowie unzählige zivilgesellschaftliche Initiativen.